Primel und Stern und Syringe, von einsamer Kerze beleuchtet,
Hier im Glase, wie fremd blickt ihr, wie feenhaft, her!
Sonne schien, als die Liebste euch trug, da wart ihr so freudig:
Mitternacht summt nun um euch, ach! und kein Liebchen ist hier.
Nachts am Schreibepult
31 01 2007Kommentare : Kommentar schreiben »
Kategorien : Mörike-Gedicht des Tages
Leichte Beute
30 01 2007Hat der Dichter im Geist ein köstliches Liedchen empfangen,
Ruht und rastet er nicht, bis es vollendet ihn grüßt.
Neulich so sah ich, o Schönste, dich erstmals flüchtig am Fenster,
Und ich brannte: nun liegst heute du schon mir im Arm!
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Kategorien : Mörike-Gedicht des Tages
Vicia faba minor
29 01 2007Fort mit diesem Geruch, dem zauberhaften: Er mahnt mich
An die Haare, die mir einst alle Sinne bestrickt.
Weg mit dieser Blüte, der schwarz und weissen! Sie sagt mir,
Dass die Verführerin, ach! schwer mit dem Tode gebüsst.
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Kategorien : Mörike-Gedicht des Tages
Um Mitternacht
27 01 2007Eine Komposition des Mörike-Freundes Ernst Friedrich Kauffmann. Das Gedicht „Um Mitternacht“ entstand 1827.
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Kategorien : Mörike-Gedicht des Tages, Mörike-Lied der Woche
Mörike – Bilder aus seinem Leben
27 01 2007Dieses Büchlein erschien in einer Reihe, die von der Landesanstalt für Erziehung und Unterricht in Stuttgart mit der Förderung durch das Kultusministerium Stuttgart herausgegeben wurde.
Das Mörike – Bändchen enthält anstatt eines Vorwortes das Gedicht „Um Mitternacht“, einen biographischen Abriss von Fritz Kauffmann sowie 55 Abbildungen. Auswahl und Aufbau der Bildfolge besorgte Philipp Harden-Rauch, die beiden Autoren schrieben auch die Erläuterungen zu den Abbilldungen.
Das Umschlagsbild ziert die berühmte Zeichnung von Johann Georg Schreiner (1824) – auf dem Titelblatt ist der Mörik’sche Turmhahn abgebildet.
Das Bändchen erschien im November 1953 in einer Auflage von 20.000 Stück, verlegt wurde es bei Schreiber in Stuttgart und gedruckt bei Enßlin in Reutlingen.
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Kategorien : Mörike-Buch der Woche
Früh, wann die Hähne krähn
27 01 2007Früh, wann die Hähne krähn,
Eh die Sternlein schwinden,
Muß ich am Herde stehn,
Muß Feuer zünden.
Schön ist der Flamme Schein,
Es springen die Funken.
Ich schaue so darein,
in Leid versunken.
Plötzlich, da kommt es mir,
Treuloser Knabe,
Daß ich die Nacht von dir
Geträumet habe.
Träne auf Träne dann
Stürzet hernieder;
So kommt der Tag heran -
O ging er wieder!
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Kategorien : Mörike-Gedicht des Tages
Akme und Septimius
26 01 2007Nach Catull
Akme, seine Geliebte, auf dem Schoße
Haltend, sagte Septimius: »Meine Akme!
Übermäßig hab ich dich lieb und will auch
Jahr für Jahr dich beständig also lieben,
So arg wie nur ein Mensch jemals imstand ist;
Sieh, sonst mag mir’s geschehn, daß ich, ganz einsam,
Sei’s in Libyen, sei’s im heißen Inder-
Land, dem tödlichen Blick des Leun begegne!«
Wie er dieses gesagt, niest Amor, herzlich
Es bekräftigend (sonst war er ihm abhold).
Akme, rückwärts ihr Köpfchen leicht gebogen,
Und die trunkenen Augen ihres süßen
Knaben küssend mit jenem Purpurmunde
Sprach: »Mein Leben! o goldenes Septimchen!
Künftig dienen wir diesem Herrn alleine,
Ich, wie du – so gewiß als mir noch weit ein
Heißer Feuer im zarten Marke glühet!«
Wie sie dieses gesagt, niest Amor, herzlich
Es bekräftigend (sonst war er ihr abhold).
Auf so günstige Zeichen nunmehr bauend
Tauschen beide von Herzen Lieb um Liebe.
Nur in Akme allein noch lebt Septimius,
Die ihm teurer als Syrien und Britannien,
Nur Septimius widmet Akme treulich
All ihr Süßes und alle Liebeswonnen.
Kein glückseliger Paar hat man gesehen,
Keine Liebe, so schön vom Gott besiegelt!
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Elfenlied
25 01 2007Bei Nacht im Dorf der Wächter rief:
Elfe!
Ein ganz kleines Elfchen im Walde schlief -
wohl um die Elfe! -
und meint, es rief ihm aus dem Tal
bei seinem Namen die Nachtigall,
oder Silpelit hätt’ ihm gerufen.
Reibt sich der Elf’ die Augen aus,
begibt sich vor sein Schneckenhaus
und ist als wie ein trunken Mann,
sein Schläflein war nicht voll getan,
und humpelt also tippe tapp
durchs Haselholz ins Tal hinab,
schlupft an der Mauer hin so dicht,
da sitzt der Glühwurm, Licht an Licht.
»Was sind das helle Fensterlein?
Da drin wird eine Hochzeit sein:
die Kleinen sitzen beim Mahle
und treiben’s in dem Saale.
Da guck’ ich wohl ein wenig ‘nein!«
- Pfui, stößt den Kopf an harten Stein!
Elfe, gelt, du hast genug?
Gukuk! Gukuk!
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Schiffer- und Nixenmärchen (3)
24 01 2007III. Zwei Liebchen
Ein Schifflein auf der Donau schwamm,
Drin sassen Braut und Bräutigam, Er hüben und sie drüben.
Sie sprach, Herzliebster, sage mir,
Zum Angebind was geb ich dir?
Sie streift zurück ihr Ärmelein,
Sie greift ins Wasser frisch hinein.
Der Knabe, der tät gleich also,
Und scherzt mit ihr und lacht so froh.
Ach, schöne Frau Done, geb sie mir
Für meinen Schatz eine hübsche Zier!
Sie zog heraus ein schönes Schwert,
Der Knab hätt lang so eins begehrt.
Der Knab, was hält er in der Hand?
Milchweiss ein köstlich Perlenband.
Er legts ihr um ihr schwarzes Haar,
Sie sah wie eine Fürstin gar.
Ach, schöne Frau Done, geh sie mir
Für meinen Schatz eine hübsche Zier!
Sie langt hinein zum andernmal,
Fasst einen Helm von lichtem Stahl.
Der Knab vor Freud entsetzt sich schier,
Fischt ihr einen goldnen Kamm dafür.
Zum dritten sie ins Wasser griff:
Ach weh! da fällt sie aus dem Schiff.
Er springt ihr nach, erfasst sie keck,
Frau Done reißt sie beide weg:
Frau Done hat ihr Schmuck gereut,
Das büsst der Jüngling und die Maid.
Das Schifflein leer hinunterwallt;
Die Sonne sinkt hinter die Berge bald.
Und als der Mond am Himmel stand,
Die Liebchen schwimmen tot ans Land, Er hüben und sie drüben.
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Auf die Prosa eines Beamten
23 01 2007A:
Welch ein Gedankendrang in den Perioden! ein wahrer
Stilus infarctus, von dem Quintilian nichts gewußt!
B:
Ganz wurstartig, auf Ehre! Die Schrift ist ein einzig farcimen,
Und der Zipfel, er guckt hinten und vorne heraus.
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